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Unsere Wirtschaft unterliegt einem ständigen Wachstumszwang |
Plakat 7
Zins erzwingt
Wachstum
In unserer Geldwirtschaft ist es selbstverständlich, dass angelegtes Geld verzinst wird. Für Guthaben erhält der Anleger „Habenzinsen“, für aufgenommene Kredite sind „Sollzinsen“ zu zahlen. Der angewandte Zinssatz bestimmt, wie schnell sich die Geldsumme vermehrt. Wenn im darauf folgenden Jahr die Zinsen dem Kapital zugeschlagen und mitverzinst werden, entsteht der Zinseszins.
Diese Art des Wachstums nennt man exponentielles Wachstum. Unendliches Geld-Wachstum in einer endlichen Welt
Das exponentielle Geldwachstum aufgrund des Zinseszins ist eines der unbewältigten Probleme des derzeitigen Geldwesens. Mit Zins und Zinseszins verdoppeln sich Geldvermögen in regelmäßigen Zeitabständen. Je höher der Zinssatz, umso schneller verdoppelt sich das verzinste Geld: bei 1 Prozent ca. alle 72 Jahre, bei 3 Prozent alle 24 Jahre, bei 6 Prozent alle 12 Jahre, bei 12 Prozent alle 6 Jahre. Diese Form des Wachstums findet sich in der Natur beim „Krebsgeschwür“. Es frisst den Wirt und tötet damit sich selbst.
Unsere Wirtschaft unterliegt einem ständigen Wachstumszwang – wann ist sie endlich erwachsen?
Eine Wirtschaft mit einem Kreditgeld auf Zinseszinsbasis funktioniert nur bei ständigem Wachstum, das heißt, sie steht unter Wachstumszwang, auch wenn die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen bereits ausreichend ist. Zinsen wie Gewinne können nur aus einem Wachstum der Verschuldung heraus finanziert werden.
Der „Josefs-Cent“
Eines der markantesten Beispiele zur verheerenden Wirkung des Zinseszins-Exponentialeffektes ist der sogenannte Josefs-Cent. Angenommen, Josef hätte am Geburtstag seines Sohnes Jesus im Jahre eins einen Euro-Cent bei einer Bank zu 5% jährlicher Verzinsung angelegt - wieviel könnte sein Sohn, käme er heute wieder, von diesem Konto abheben? Antwort: je nach Goldpreis den Gegenwert von mehreren Erdkugeln aus purem Gold. Welches Wirtschaftssystem soll das erbringen?
Wären die Zinszuwächse nicht Jahr für Jahr mitverzinst, sondern auf ein eigenes Konto umgeleitet worden, so hätte sich dort in der gleichen Zeit statt des utopischen Betrages nur etwa 1 Euro angesammelt, was linearem Wachstum entspricht. Den Zinseszins-Effekt verdeutlicht auch das Wörgler Meilenstein-Projekt in der Innenstadt. Auf Länge einer römischen Meile sind über 300 Pflastersteine mit Daten der Welt- und Regionalgeschichte im Boden eingelassen, beginnend mit unserer Zeitrechnung. Am unteren Rand der Steine läuft ein “Zählwerk” mit, das zum jeweiligen Zeitpunkt den Wert eines Euros, angelegt mit 3 Prozent Zins zu Christi Geburt, auflistet. Im Juni 2006 wäre die fiktive Geldeinlage 56.425.154.716.285.559.208.668.512,50 Euro. Weitere Info: www.meilensteine.woergl.at
Geld frisst Welt
Andauerndes exponentielles Wachstum ist in einer endlichen Welt nicht möglich. Folgen dieses Wachstumszwanges sind die global zunehmende Umweltzerstörung, Überschuldung der Staaten, Wirtschaftskrisen mit sozialen Unruhen, Kriege und Ausbeutung von Mensch und Natur.
Link-Tipp:
Nationale Schulden - wie Staaten verwirtschaftet werden und wie es Europa besser machen könnte - Infos über Staatsverschuldung: http://nationaleschulden.wordpress.com
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